Berlin: Upcycle Your Life

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Arianna, Carina, Luise und Jonathan leben ihren Traum – und zwar ganzheitlich. Sie nutzen Grünen Strom, kaufen ihr Gemüse beim Biohändler und erledigen ihre Geldgeschäfte bei der GLS Bank, die nach sozial-ökonomischen Grundsätzen arbeitet. Klingt anstrengend? Überhaupt nicht, denn die vier Upcycling-Pioniere gönnen sich durchaus ihre kleinen Spleens und wirken dabei extrem lässig – während Carina gern barfuß durch Berlins Straßen huscht, trägt Jonathan im Office am liebsten Borussia Dortmund-Trikots. So what!
Womöglich liegt die relaxte Stimmung daran, dass die vier Unternehmensgründer mit sich völlig im Reinen sind. Kennengelernt haben sie sich vor einigen Jahren in London bei Orsola de Castro, der Gründerin des ersten britischen Upcycling Fashion Labels From Somewhere. „Das ganze Thema hat uns total fasziniert“, erinnert sich Luise. „Und wir wollten dem unnötigen Verbrauch von wertvollen Ressourcen auch in Deutschland etwas entgegensetzen“. Also fand man sich in Berlin zusammen und gründete im Jahr 2010 Aluc, ein Upcycling Fashion Label, das sich zunächst auf Hemden und Blusen konzentrierte. Aktuell wird das Portfolio allmählich erweitert; mittlerweile werden auch Accessoires angeboten.
Das Prinzip von Aluc und Upcycling im allgemeinen ist denkbar einfach: Restposten aus der Textil- und Bekleidungsbranche – im Fachjargon „Dead Stock“ genannt – landen nicht im Müll wie üblich, sondern erfahren neue Wertschätzung durch stilvolles „Re-Design“. Die Spezialität von Aluc sind abknöpfbare Kragen, die ausgetauscht werden können und auf diese Weise die Hemden überraschend wandelbar machen.

Keine Angst vor Konkurrenz

Dass Arianna, Carina, Luise und Jonathan wirklich etwas bewegen wollen, sieht man an ihrem hauseigenen Laden, dem Upcycling Fashion Store in der Anklamer Straße 17 mitten in Berlin. Günstig gelegen, zwischen Tor- und Bernauer Straße, ist er mittlerweile zum absoluten Hotspot aller Upcycling Fans avanciert. Denn hier wird nicht nur das Eigenlabel Aluc feilgeboten, sondern auch jede Menge „Konkurrenz“-Produkte von Schmidttakahashi, From Somewhere, Globe Hope oder Milch. Darunter Men’s und Women’s Wear – aber auch für die Kleinen ist etwas dabei und natürlich für alle Freunde von schicken Accessoires. Sämtliche Artikel sind Upcycle-Produkte, was die Kundschaft nicht selten überrascht. Wer kommt schon auf die Idee, dass der smarte Herrenanzug von ReClothings mal ein oller Overall der Stadtreinigung war oder die niedliche Schmetterlings-Halskette aus einer alten Computer-Leiterplatte geschnitten wurde?
Sogar der Store selbst besteht aus upcyceltem Material – vom Kleiderständer bis zum Verkaufstresen oder der „Gießkannen“-Beleuchtung. „Heutzutage landen viel zu viele Gegenstände auf dem Müll, die man noch prima weiterverwenden könnte“, weiß Luise vom Upcycling Fashion Store. „Wir zeigen, dass es auch anders geht”. Mit Fantasie, gutem Stilempfinden und ein wenig handwerklichem Geschick ist das offensichtlich kein Problem, denn der Store in der Anklamer Straße wirkt keineswegs zusammengebastelt, sondern wie ein kleines Kunstwerk für sich, das der Kundschaft jedes Mal auf’s Neue eine wunderbare Inspirationsquelle bedeutet.

Preisgekröntes Store-Konzept

Im Upcycling Fashion Store geht’s nämlich vor allem um eins: Menschen zusammenzuführen, die genug haben von unserer Wegwerfmentalität. Das gelingt den vier Wahl-Berlinern unter anderem auch mit ihrem regelmäßig stattfindenden Mode-Stammtisch „Strich und Faden“ oder tollen Events rund um’s Thema. So war erst Ende Mai 2014 Orsola de Castro, die große Upcycling-Pionierin geladen, die vor Ort nicht nur aus dem „Nähkästchen“ plauderte, sondern auch ganz praxisnah vorführte, wie man aus alten Strickpullis coole „neue“ Styles basteln kann.
Für ihr Ladenkonzept wurde den vier Aluc-Gründern übrigens im September 2013 der FA!R-Handelspreis als Gewinner der Kategorie Textileinzelhandel verliehen. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Berliner Upcycling Fashion Store in Zeiten des allgemein klagenden Einzelhandels ein echtes Zeichen gesetzt hat. Slow Fashion statt Billigmode und Wertschätzung für Rohstoffe – und seien sie auf den ersten Blick noch so unauffällig.

Labels:
207, Aluc, Carin Fürst, Deafmessenger, From Somewhere, Globe Hope, MaiSol, Milch, Mija T. Rosa, Oldgold, Pamoyo, ReClothings, Reet Aus, Sag & Sal, Schmidttakahashi, Steinwidder, Trash Design Manufaktur

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Upcycling Fashion Store

Anklamer Straße 17, 10115 Berlin
T +49 (0)162 6128064

Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 11.00 – 19.00, Sa. 12.00 – 19.00