Fair-Fashionista: Britta Kirchhof

BrittaKirchhof

Eine waschechte Hamburger Deern ist Britta Kirchhof, die in vielerlei Hinsicht weiß, wo der Hammer hängt. Sie hat nämlich nicht nur eine abgeschlossene Tischler-Ausbildung, sondern auch ein gutes Gespür für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – inklusive einem Faible für faire Mode. Nachdem sie auf Anti-Atomkraft-Demos halb Norddeutschland durchwandert hat, entschied sich Britta, Nägel mit Köpfen zu machen und mit einem eigenen Projekt durchzustarten. Gemeinsam mit Ilka Nolde gründete sie 2013 den Online Shop Mr. & Mrs. Green, der – nomen est omen – vegane, nachhaltige und ökologisch einwandfrei produzierte Fashion verkauft. Dass sie nebenbei auch schlagfertig, witzig und äußerst geistreich ist, beweist sie uns im Interview.

  1. Seit wann denkst Du beim Shoppen über Fairness & Nachhaltigkeit nach und wann kam die Entscheidung, dies zu Deinem Beruf zu machen?
    Fairness, Nachhaltigkeit, der Schutz der Umwelt und natürlich auch aller bei der Herstellung beteiligten Menschen, sind bei mir schon länger ein Thema. Angefangen hat es mit Bio-Lebensmitteln: wenn man das weiterdenkt, ist man unweigerlich relativ schnell auch bei vielen anderen Produkten. In etwa zur gleichen Zeit spielte ich auch mit dem Gedanken, selbst etwas zu machen: Selbstständigkeit. Mit einem Mal war alles klar: Ein Online-Shop mit ausschließlich öko-fairer Kleidung, so war das bei mir.
  1. Die Geschichte zu Deinem aktuellen Lieblingsteil?
    Als modebegeisterter Mensch trage ich natürlich gern Artikel von Mr. & Mrs. Green und habe auch einige in meinem Kleiderschrank. Dabei gibt es immer mal wieder das eine oder andere Stück, welches ich besonders lieb gewinne: In diesem Winter ist es ein kuscheliger Rollkragenpullover von Madness in der sagenhaften Farbe Chilli-Pepper. Der Pulli ist aber nicht nur super warm, sondern selbst am tristesten Tag macht mir die Farbe echt gute Laune. Genau das Richtige im Winter. Als ich den Pullover letztes Jahr auf der Ethical Fashion Show sah, habe ich sofort gedacht: Den will ich auch!
  1. Was ist das schlimmste Vorurteil gegenüber grüner Mode?
    Mal abgesehen von den Vorurteilen wie „Schlabberlook“ oder „kratzig“, trifft mich am meisten ein Vorurteil: dass selbst Mode aus zertifizierter Herstellung doch nur Schwindel sei. Ich kenne so viele engagierte und ambitionierte Menschen, die sich den A*** aufreißen und große Anstrengungen und Auflagen bewältigen, um ihre Produktion transparent und die Welt fairer und sauberer zu machen. Dieses Vorurteil ist wirklich nicht in Ordnung und wird allen „echten“ (zertifizierten) grünen Modelabels nicht gerecht.
  1. Wo kann man in Hamburg am besten entspannen und wo findet man die größte Inspiration
    Hamburg hat glücklicherweise viele tolle Ecken. Entspannen kann ich tatsächlich am besten zu Hause (wie langweilig), aber so ist es nun mal. Ansonsten bin ich gern am Wasser, also an der Alster oder der Elbe. Hamburg und Wasser passt einfach super und ist, wie ich finde, auch sehr inspirierend. Wenn ich einige Zeit vom Fähranleger am Fischmarkt die Elbe Richtung Nordsee schaue, tanke ich unglaublich viel Energie. Das fühlt sich wie ein kleiner Urlaub an.
  1. Womit fängt Dein perfekter Tag an?
    Laaange schlafen, was in der Woche aber leider nicht geht. Daher brauche ich morgens etwas mehr Zeit und einen Becher Kaffee. Frühstück ist bei mir eher zweitrangig.
  1. Was würdest Du gern richtig gut können?
    Singen oder Zeichnen. Beides ist mir nicht so richtig gegeben, aber ich habe viel Spaß daran, denen die es gut können, zuzuhören oder zuzusehen.
  1. Deine schlimmste Modesünde?
    Meine schlimmste Modesünde liegt zum Glück schon echt lange zurück, daher kann ich heute herzlich darüber lachen. Ich hatte in den 80ern einen unglaublich großen, plüschigen, hellblauen Teddyfell Mantel. Teddyfell war damals total ‘in’, unglaublich!
  1. Was und wo isst Du am liebsten?
    Da ich ein totaler Brot-Junkie bin, ist es für mich das größte, bei schönem Wetter, meine Mittagspause mit einer guten Stulle auf dem schwankenden Fähranleger am Fischmarkt, direkt an der Elbe, zu verbringen.
  1. Was war Dein größtes Erfolgserlebnis in den letzten Jahren?
    Den Schritt, Mr. & Mrs. Green zu eröffnen, wirklich umgesetzt zu haben. Gedanklich hatte ich den Shop ja schon mehrfach eröffnet, als es dann aber wirklich ganz real losging, war das schon aufregend.
  1. Und was wünschst Du Dir für die Zukunft?
    Noch ganz lange ein Teil der grünen Bewegung zu sein, denn ich glaube einfach, dass das der richtige Weg ist. Das Gefühl, angekommen zu sein und genau das Richtige zu tun, ist einfach unschlagbar.