Fair-Fashionista: Katharina Walter von Findeling

KatharinaWalter

Offline statt online – das ist privat und beruflich ein großes Thema für Katharina Walter, Co-Founder von Findeling. Seit Anfang 2015 unterstützt sie mit ihrem Team die digitale Plattform für kleine und feine Geschäfte, die sich auf faire und nachhaltig produzierte Waren spezialisiert haben. Denn jenseits austauschbarer Ladenketten und reinen Online Stores geben diese persönlich kuratierten Läden unseren Städten schließlich das einzigartige Profil und sorgen zusätzlich für mehr soziales Miteinander. Genau dafür brennt die junge Wirtschaftspsychologin und ist bei Findeling für den Bereich „Strategy & Marketing“ zuständig. Konkret kümmert Katharina sich um bessere Online-Bedingungen für den Einzelhandel, der nicht nur gefunden werden will sondern auch mit seinen potentiellen Kunden jenseits der eigenen Stadtgrenzen kommunizieren möchte.

  1. Wo und wie lebst Du?
    Ich lebe im Hamburger Stadtteil Sankt Pauli, und zwar sehr gerne, denn das Viertel ist vielfältig und inspirierend – die Menschen dort sind weltoffen und kreativ. In Sankt Pauli ist auch die Idee zu Findeling, unserer Plattform für kleine Local Stores, entstanden: Mein Mitgründer Florian und ich fragten uns, warum hier so unglaublich viele Paketzettel an den Türen kleben – wo der Stadtteil doch so viel zu bieten hat uns sehr zentral liegt!? Unser Denkanstoß: Die Leute sind es gewohnt, etwas in eine Suchmaschine einzutippen und die passenden Online Shops zu finden. So etwas sollte es auch (mit Filterfunktionen wie „fair“, „regional“ oder „bio“) für die kleinen, lokalen Läden geben!
  1. Was hast du in jüngster Zeit zum 1. Mal gemacht?
    Urlaub! Zumindest zum 1. Mal seit der Gründung von Findeling. Nach 2 1/2 spannenden und ereignisreichen Jahren war es an der Zeit für eine kreative Schaffenspause. Und die hat wirklich gut getan! Dabei habe ich gelernt, dass es kaum etwas Produktiveres gibt als Pausen und kreative Freiräume. Ich kam mit einer guten Portion Energie und einem bunten Koffer voller neuer Ideen und zurück, die ich gerade mit viel Freude in die Tat umsetze.
  1. Ohne was gehst Du nie aus dem Haus?
    Das Haus verlasse ich eigentlich nie ohne mein Handy. Und auch wenn es zu meinem Beruf als App-Gründerin gehört, wünsche ich mir manchmal mehr „Offline-Zeit“. Einer meiner Vorsätze für 2018! Denn das wahre Leben findet nun mal offline statt.
  1. Dein Traumberuf als Kind?
    Als Kind wollte ich immer Tierärztin werden, am liebsten eigener Praxis. Mir gefiel die Idee, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, offenbar schon immer. Nur leider musste ich feststellen, dass mir Spritzen, OPs & Co doch weniger behagen, als gedacht.
  1. Was würdest Du gern können?
    Beamen stünde ganz oben auf meiner Liste! Am liebsten wäre ich an all unseren Standorten – Hamburg, Berlin, Köln und München – gleichzeitig, um die Städte live und in all ihren Facetten miterleben zu können und um die Inhaber hinter den mit so viel Herz geführten kleinen Läden persönlich kennenzulernen.
  1. Was sollte noch erfunden werden?
    Eine Subventionierung von nachhaltigen, fairen Produkten und eine Besteuerung von solchen, die es nicht sind. Dass der Staat die Verantwortung komplett an den Konsumenten weiterreicht, ist in meine Augen nicht korrekt und auch nicht zukunftsweisend. Kaum jemand hat die Ressourcen – sei es Zeit, Wissen oder die finanziellen Mittel, ausschließlich ethisch hergestellte Ware zu kaufen. Wenn schon kleine Firmen wie wir dazu ihren Beitrag leisten können und wollen, dann sollte das auch von Seiten der Regierung passieren. Daher hoffe ich sehr, dass diese Meinung weiterhin populärer wird – und so schlussendlich auch die Politik zum Umdenken motiviert.
  1. Deine schlimmste Modesünde?
    Eindeutig die Tatsache, dass ich in meiner Teenager-Zeit immer meinen kompletten Kleiderschrank ausgemistet habe, sobald ein Trend vorbei war. Heute würde ich hochwertige Lieblingsstücke einmotten und optimistisch darauf warten, dass sie wieder tragbar werden. Die Rückkehr der 90er Jahre haben es deutlich gezeigt: Alles kann ein Revival haben.
  1. Dein aktuelles Lieblingskleidungsstück oder Accessoire?
    Irgendwie haben es mir momentan junge Labels aus Köln angetan: Sehr gerne trage ich aktuell T-Shirts von All about Articus, Less too Late sowie Funktion. Die junge Designerin hinter All about Articus steht für coole, hochwertige und gut gelaunte Mode rund um Accessoires, T-Shirts und Sweater. Less too Late fertigt Mode mit Mission an und möchte so auf gesellschaftliche Themen wie Gender Diversity aufmerksam machen. Funktion Schnitt kreiert formschöne, zeitlose (und perfekt sitzende) Shirts aus fairer und nachhaltiger Produktion.
  1. Wenn Du ein Tier wärst, welches wäre das – und warum?
    Gute Frage! Auf jeden Fall ein Rudeltier – vielleicht ein Schäferhund? Ich weiß es nicht genau. Aber das sagte kürzlich ein Freund über mich, als es um das Thema „Spirit Animal“ ging. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen, sehr gerne in Gesellschaft und schaue immer, dass es allen gut geht.
  1. Was wünschst Du Dir langfristig für Findeling?
    Für Findeling (und unsere Tochterfirma Fairling wünsche ich mir, dass wir auch weiterhin so fantastische Gleichgesinnte und Mitstreiter auf unserem Weg haben werden, wie bisher. Es macht mir unheimlich viel Freude mit den vielen kreativen, passionierten Ladeninhabern und Designern arbeiten zu dürfen: Sie alle verfolgen ein Ziel, eine Mission oder einen Gedanken – und machen unsere Welt damit ein Stückchen bunter. Das finde ich sehr inspirierend und genau das macht mich glücklich.

Das Findeling-Team hat sein Office in unmittelabrer Nähe zum Hamburger Hafen:

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