Fair-Fashionista: Marie Lene Weyer

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Marie ist eine echte Frohnatur und äußerst kommunikativ. Seit über 10 Jahren arbeitet sie im Einzelhandel und hat inzwischen mit ihrer Geschäftspartnerin Gina einen eigenen Store eröffnet. Das Mand&Kvinde in der Kölner Lindenstraße brummt; das Konzept ist authentisch und vor allem persönlich. Das spiegelt auch das vielfältige Sortiment für Männer und Frauen wider, darunter Hope, Malaikaraiss und Wood Wood . Generell liebt Marie, abgesehen von ihrem Dackel, vor allem die Abwechslung. Zum Beispiel wechselt sich alle paar Wochen Farbe und Schnitt ihrer Haare. Kein Wunder, wenn man einen Friseur zum Freund hat. 

  1. Die Geschichte zu Deinem aktuellen Lieblingsteil?
    Wir haben eine Agentur, deren ausgesuchte Labels mich alle wie Magneten anziehen. Genauso war es bei MELT. Gesehen, verliebt und am liebsten würde ich alles übereinander tragen. Das Tuch wurde handgewebt in Nepal und ist mein Lieblingsteil, weil man es einfach immer überwerfen kann. Im Winter als Schal, im Sommer als eine Art Cape. Außerdem liebe ich Rot.
  1. Hat sich Dein Klamottenkonsum sehr verändert, seit Du einen eigenen Laden hast?
    Absolut. Wir finden, dass wir als Laden einen großen Einfluss darauf nehmen können, was der Kunde am Ende kaufen kann. Und wenn wir beispielsweise schlechte Produktionen oder Tierfelle boykottieren, dann ist das vielleicht zunächst mal nicht viel, aber wenn viele so handeln, kann es zu einem großen Ganzen werden. Groß verändert hat sich meine Meinung dazu durch den Laden nicht, ich kann nur meine Meinung zwischen Label & Kunden schalten. Ich habe noch nie gerne in den bekannten Ketten immer mehr und mehr geshoppt, sondern mich immer auf ausgewählte Teile von kleinen Labels beschränkt. Genau das wollen wir auch unseren Kunden vermitteln.
  1. Wo ist Köln am schönsten, wo am hässlichsten?
    Köln ist überall da schön, wo die Sonne scheint und wird mit umschlagenden Wetter zunehmend hässlicher – dafür ist es dann sehr gemütlich hier.
  1. Du hast auch lange in München gelebt. Größter Unterschied zu Köln?
    Die Gastronomie in München ist um einiges vielfältiger. Kommt mir zumindest so vor. Überall gibt es Cafés & Restaurants zu entdecken und die Leute leben daher auch mehr vor der Tür als in ihren Wohnungen. Dieses Rausgehen vermisse ich etwas.
  1. Wie sieht Dein perfekter Tag aus?
    Der beginnt am besten mit Eiern, Kaffee und frischem Brot. Anschließend mit dem Hund über Stock und Stein, vielleicht ein bisschen durch Möbelläden stöbern, um dann mit einem weiteren Kaffee in der Hand mich auf in den Laden zu machen, um neue Pakete auszupacken. Ein halber Tag frei ist immer schön, spätestens dann kribbelt aber das Laden-Gen.
  1. Was würdest Du gern richtig gut können?
    Abschalten. Einfach mal sagen: mir alles egal, ich habe jetzt eine Auszeit und nach mir die Sintflut.
  1. Wen würdest Du am liebsten umstylen, wenn Du dürftest?
    Wollen wir das Fass wirklich öffnen? Da fällt mir so der ein oder andere ein, denn ich mag es nicht, wenn Leute sich mit „billigen Stöffchen“ umgeben und ihre Kleidung nicht genug auf den Prüfstand stellen.
  1. Wo würdest Du am liebsten einen zweiten Laden eröffnen?
    In Kopenhagen. Da die aber eigentlich bestens versorgt sind würde ich auch jederzeit nach München zurückkommen.
  1. Was darf in Deiner Handtasche niemals fehlen?
    Hunde-Kot-Tüten. Unglamourös, aber wahr.
  1. Was möchtest Du in Deinem nächsten Leben werden?
    Ein Hund. Oder ein Restaurantbesitzer mit einem Hund.