Green Trend Preview

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Während die Bread & Butter endgültig abgesagt ist, machen sich Greenshowroom und Ethical Fashion Show Berlin bereit, für den großen Run im kommenden Januar. Als verlässlicher Partner für den Handel boomen die beiden Eco Fashion-Messen nachweislich und über 150 Labels haben ihre Teilnahme bereits fest zugesagt.
Von der neuen Location im alten Postbahnhof erhoffen sich die Organisatoren ein ganz besonderes Flair und auch die dort vom 19. – 21. Januar 2015 präsentierten Trends versprechen jede Menge Innovation. Von Grafischen Mustern, Ornamenten und Drapierunge ist die Rede, allesamt in moderner Interpretation und keineswegs altbacken, wie sich herkömmliche Ökomoden-Anbieter in der Vergangenheit des Öfteren nachsagen lassen mussten.
Op-Art ist angesagt wie nie!“, stellt Olaf Schmidt fest, Vice President Textiles und Textile Technologies der Messe Frankfurt, des Messeveranstalters. „In Kombination mit zarten als auch mit groben Stoffen entsteht eine gekonnte Mischung aus Wildem und Purismus.“ Der ursprünglich aus den 60er Jahren stammende Stil wird dabei komplett in die Form- und Farbsprache des 21. Jahrhunderts übersetzt. Geometrische Ecken und Kanten – ganz typisch für grafische Muster – kommen als Allover-Strick wie bei Fortschritt Berlin und Xess+Baba oder aber als Eyecatcher wie bei den handgestrickten Röcken von Here Today Here Tomorrow.

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Foto: Silkboxx

Textile Skulpturen werden durch kühne Drapierungen geschaffen, die durchaus ein gewisses Selbstbewusstsein seines Trägers voraussetzen, der gleichzeitig seinen Sinn für edle Couture unter Beweis stellen kann. Die Esmod-Absolventin Rahel Guiragossian fokussiert sich in ihren Modellen auf körpernahe Drappagen und kombiniert explosive Farbmuster mit eleganter Abendrobe.
Kunsthandwerk wird – zum Glück – lediglich zitiert: Die Farbverläufe auf Biobaumwolle von Muka Va erinnern durchaus an Seidenmalerei, wirken auf wadenlangen Röcken aber hochmodern und très chic. Auf fair produzierte Seiden setzen Silkboxx und Katrien van Hecke, die experimentelles Handprinting mit natürlichen Färbemitteln wie Beeren, Blättern und Holz für ihre geometrisch geschnittenen Kleider anwendet.
Dreidimensional wird es bei Walkboxx, das dank Walktechnik seinem Material eine besondere Oberflächenstruktur verschafft. Aufgelockert wird das Ganze durch gelaserte und geprägte Naturlederelemente. Auch Tanja Wegener schwört auf einen ähnlichen Look und experimentiert mit dreidimensionalem Strick bei Herrenpullis. Bei ihrer Esmod-Kollegin Natacha Duran wirkt die diagonale Anordnung der Nähte bei Herrensteppwesten beinah futuristisch.

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Foto: Nine to Five

In punkto Accessoires wird es ebenfalls auf puristische Art fantasievoll. Taschen sowie Schuhe von Nine to Five oder Bourgois Bohème kommen in geometrischer Musterung daher; gearbeitet wird selbstverständlich mit veganen Materialien oder zumindest vegetabil gegerbtem Leder.
An Visionen mangelt es den Vertretern der Green & Sustainable Fashion jedenfalls nicht und wer meint, dass Berlin ohne die Bread & Butter nur halb so aufregend sei, wird sich spätestens im Januar beim Greenshowroom und der Ethical Fashion Show eines Besseren belehren lassen.