Hamburg: Immer wieder Freitag

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Laster sind ihr Leben – Markus und Daniel Freitag haben vor über 20 Jahren die erste Tasche aus alten Lkw-Planen zusammengenäht und mittlerweile ein kleines Imperium aufgebaut.
Bescheiden sind sie dennoch geblieben. Führerschein – brauchen sie nicht. Schickes Ferienhaus – wozu? Altersvorsorge – irgendwann vielleicht mal. Sogar auf Werbung und tolle TV Spots verzichten die Schweizer Brüder. „Der ökologisch sinnvolle Recycling-Aspekt war von Anfang an die Basis unserer Arbeit und auch die Tatsache, dass der Kunde am Ende nur für die Herstellung des Produktes bezahlt, nicht aber für Marketing- und Werbezwecke,“ verriet uns Markus Freitag im Interview. „Daher verzichten wir auch komplett auf Werbung. Denn um das zu bezahlen, müssten wir die Preise für unsere Taschen erhöhen. Das wollen wir nicht und es war auch nie nötig.“

Kreislaufprinzip und Nachhaltigkeit

Recht hat er – die hochfunktionellen, farbenfrohen Messenger Bags, Portemonnaies und Laptop-Taschen verkaufen sich auch so wie geschnitten Brot. Erst recht, seit Kreislaufprinzip und Nachhaltigkeit auch in der Fashion- und Accessoires-Branche Einzug gehalten haben und für hip befunden werden.
Wie und wo die Freitag-Taschen verkauft werden, darum kümmern sich die beiden Upcycling-Pioniere allerdings schon. Wie eine exklusive Galerie für moderne Kunst mutet der erste deutsche Flagshipstore an Hamburgs Klosterwall an, der bereits im Jahr 2002 eröffnet wurde. Ideal ist die Lage in Sichtweite zu den legendären Deichtorhallen, die regelmäßig Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst und Fotografie präsentieren. Die offene Stahlglas-Architektur der beiden Hallen korrespondiert wunderbar mit der großen Fensterfront des Freitag-Stores. Besonders in der Winterzeit, wenn die norddeutschen Tage kurz und düster sind, wirken die illuminierten Schaufenster des ansonsten unspektakulären Flachbaus besonders einladend.

Die Fantasie der Freitag-Brüder

Puristisch, hell und großzügig – die ideale Plattform für das farbenfrohe Sortiment des Züricher Unternehmens bietet mit rund 140 qm ausreichend Raum. In einer Art ausgeklügeltem Karton-Schubladen-System, das sich über zwei Etagen zieht, also Erdgeschoss und Souterrain, verbergen sich jede Mange Schlüsselanhänger, Portemonnaies, Taschen & Co. Sämtliche Produkte sind, typisch Freitag, aus Restbeständen gefertigt, die ursprünglich auf dem Müll landen sollten: Lkw-Planen, Autogurte, Fahrradschläuche oder ausrangierte Airbags. Der Fantasie der Freitag-Brüder sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt.
Zusätzlicher Kaufanreiz: Jede Tasche und jedes noch so kleine Accessoire ist „individual recycled freeway“, also durch die Verwendung gebrauchter Materialien einmalig; lauter kleine Unikate. Aufdrucke, Farbkombinationen etc. sehen von Modell zu Modell unterschiedlich aus. Das lässt sich nicht vermeiden, ist aber auch Absicht und gehört inzwischen zum wichtigsten Faktor bei der Kaufentscheidung der vielen Freitag-Fans. Natürlich abgesehen von der verlässlichen Funktionalität, die ja die Basis der Grundidee war. Denn sowohl Markus als auch sein Bruder Daniel sind passionierte Biker und setzen sich nach wie vor bei Wind und Wetter auf den Fahrradsattel um von A nach B zu kommen. Da sollte wenigstens der Tascheninhalt trocken und sauber ankommen.

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Freitag

Klosterwall 9, 20095 Hamburg
T +49 (0)40 3287020

Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 11.00 – 20.00, Sa. 10.00 – 18.00