„Mitumba“ und seine Folgen

Aussortierte Klamotten landen bei uns oft im Container. Und dann? Geht’s nicht selten ab nach Afrika, wo die Kleiderballen – auf Kisuaheli „Mitumba“ – dankbare Abnehmer finden.
Lange lag das Geschäft mit dem vermeintlichen Secondhand-Plunder in der Kritik: Die lokale Textilindustrie in Afrika ginge kaputt, wenn ganze Wagenladungen auf den schwarzen Kontinent verschifft würden; eine „Afrika-Quote” sollte den Export zunächst eindämmen.
Inzwischen sieht man das Ganze differenzierter, wie die Journalistin Caroline Ischinger heute in der Süddeutschen Zeitung feststellt. Die geborene Bonnern ist seit Mai 2012 Redakteurin im Ressort Außenpolitik und beschäftigt sich intensiv mit dem afrikanischen Kontinent. Unter dem Titel „Was Altkleider aus Deutschland für Afrika bedeuten“ findet Ischinger ein paar unschlagbare Argumente, warum „Mitumba” inzwischen so wichtig für viele Afrikaner geworden ist.
Trotz allem sollten wir uns ernsthaft die Frage stellen, warum wir Konsumenten der westlichen Hemisphäre so unglaubliche viel Hosen, Jacken und Hemden kaufen, nur um sie kurze Zeit später wieder zu entsorgen.