Pharrell Williams – Eco-Entrepreneur in Berlin

We could start something really cool!, dachte sich Pharrell Williams als er das erste Mal von Bionic Yarn hörte. Denn das Multi-Talent – aktuell mit Daft Punks „Get lucky” und Robin Thickes „Blurred Lines” ganz oben in den Charts – wollte von Anfang an seine Popularität nutzen, um etwas Positives in der Welt zu bewirken. Als Partner von Bionic Yarns, einem New Yorker Unternehmen, das Textilfasern aus recycelten Plastikflaschen herstellt, hat er vor vier Jahren seine Berufung gefunden.

Die beiden Firmengründer Tyson Toussant und Tim Coombs sind alte Highschool-Kumpels und waren schon immer große Outdoor-Enthusiasten. Genau hier setzten sie an und konzentrierten sich zunächst auf Hightech-Stoffe, die bekanntermaßen gern mit chemischen Finishings ausgerüstet sind, die Jacke, Hose & Co meist reif für den Sondermüll machen.
„Immer wenn wir durch New Yorks Straßen liefen, fiel uns der ganze Plastikmüll an jeder Ecke auf”, erinnert sich Tyson Toussant. „Das war erstens hässlich und zweitens jede Menge Geld, das da einfach so rumlag.“
Als wahre Naturfreunde ruhten Toussant und Coombs nicht, bis sie eine Lösung gefunden hatten: Dann meldeten sie ein Patent an für ein kompliziertes Recycling-Verfahren alter Plastikflaschen. Dabei werden die Polymere des Plastikmülls um Polyesterfasern gewickelt und mit Baumwollfasern verdreht. Das Endergebnis ist ein robuster, schnell trocknender Stoff – und extrem weniger Plastikmüll in unserer Umwelt.
Denn eins ist klar: Plastikmüll dümpelt inzwischen tonnenweise in unseren Weltmeeren und die langfristigen Folgen sind kaum absehbar. Allein 500 Plastiktüten verbraucht jeder EU-Bürger pro Jahr. Ein Verbot der billigen Einkaufstaschen oder pfandfreier PET-Flaschen, das eine Brüsseler EU-Kommision vor einigen Jahren mal anleiern wollte, ist im Sande verlaufen. Warum also dann nicht wenigstens recyceln und wieder in den Waren-Kreislauf einbinden?

Making Bionic yarn

Die Idee, ausgerechnet Pharrell Williams als Markenbotschafter und zu engagieren, lag in beiderseitigem Interesse. Pharrell, der ohnehin permanent an seiner persönlichen CO2-Bilanz arbeitet, war von Anfang an begeistert: „Mir geht’s um den respektvollen Umgang mit den Ökosystemen und um das Ziel, durch gemeinsame Anstrengungen den Plastikmüll aus den Meeren zu holen.“
Inzwischen ist Bionic Yarn schon bei Marken wie Moncler und Cole Haan zum Einsatz gekommen. Passend zur Berliner Fashionweek werden die New Yorker vom 2.-4. Juli 2013 ihre Produkte, darunter Bionik Yard-Denim, in der Outside Area auf der PREMIUM vorstellen. Ebenfalls in Berlin wird Bionic bei „Parley“ mit dem „Vortex Project“ vertreten sein. Ziel von „Parley“ ist es, die Weltmeere zu schützen und nachhaltige Gemeinschaftsprojekte auf den Weg zu bringen.
Bionic-Chef Tim Coombs zeigt vom Standort Berlin besonders überzeugt. Im gerade erschienenen „Berlin Fashionweek Magazine“ äußert er sich über die Maßen optimistisch: „Es gibt keinen geeigneteren Ort für ein solches Event: Deutschland ist in Sachen Nachhaltigkeit immerhin eine der fortschrittlichsten Wirtschaftsnationen weltweit.“
Diese Vorbildfunktion wollen wir natürlich gerne behalten, freuen uns aber durchaus über Nachahmer. In Zukunft sollten wir daher nicht nur Ausschau nach coolen Bionic Yarn-Produkten und neuen Pharrell Williams-Tonträgern halten, sondern ab morgen auch ein Täschchen schnappen, bevor es zum Einkaufen geht.