ZDF-Doku: „Gift auf unserer Haut“

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Leder liegt im Trend! Kaum jemand fragt sich aber, woher das Leder überhaupt stammt, das für die Geldbörse, die schicken Lederstiefel oder auch -jacke verarbeitet wurde. „Made in“? Das erklärt höchstens, wo das Teil zusammengenäht wurde, mehr nicht.
Die Macher der 37 Grad-Doku „Gift auf unserer Haut“, die am 8. Oktober 2013 erstmals im ZDF gesendet wurde, gehen der Chemiepampe aus Chrom-III, Zirkon und Eisensalzen auf den Grund und nehmen auch uns Konsumenten ins Gebet. Kennt eigentlich irgendjemand Rapex, das europäische Frühwarnsystem für Konsumgüter wie Kleider und Schuhe? Hinterfragen wir Billigpreise oder interessiert uns ernsthaft das Herkunftsland unserer neuen Handtasche? Recherchiert wurde nicht nur am Point of Sale, sondern auch auf der weltgrößten Ledermesse in Bologna und da, wo’s richtig wehtut. Zum Beispiel in Indien, wo die Kühe zwar heilig sind aber dennoch billig nach Bangladesh weiterverkauft werden. 2.000 Kilometer müssen sie bis nach Dhaka gekarrt werden, wo ein ganzes Stadtviertel von der Lederverarbeitung lebt. Dort sind die Flüsse vermüllt und vergiftet, barfuß wird durch die Chrombrühe gewatet, die das Leder haltbarer machen soll. Kinderarbeit liegt an der Tagesordnung. Dass Chrom-VI, das bei der Lederverarbeitung entstehen kann, krebserregend und Erbgut verändernd ist, interessiert hier, wo kaum jemand älter als 50 Jahre wird, niemanden. Wer Hunger hat, fragt nicht nach eventuellen Krankheiten.
Was also ist die Lösung, wenn man partout nicht auf Leder verzichten mag, wie Stella McCartney das bereits seit Jahren mit ihren veganen Kollektionen propagiert? Immer wieder nachfragen und genauer hinschauen! Wer konsumiert, muss auch Verantwortung übernehmen. So produziert die Lederfabrik Heinen seit ihrer Gründung im Jahr 1891 ausschließlich im rheinischen Wegberg. Eingekauft wird nur deutsche Rohware und die Weiterverarbeitung unterliegt strengsten Kontrollen. Auch das Luxuslabel Aigner ist ein löbliches Beispiel, das nur auf europäisches Leder zurückgreift. Die edlen Taschen und Gürtel des Münchner Unternehmens haben daher natürlich ihren Preis. „Die Leute sind wahnsinnig aufgeklärt und fragen konkret nach,“ so Sibylle Schön, CEO der Aigner AG. „Glücklicherweise müssen wir uns nicht verstecken.
Billiges Leder beginnt nun mal bei billigen Tieren und billiger Produktion – spätestens nach der 37 Grad-Doku von Autor Manfred Karremann, der nicht nur Besitzer einer Goldenen Kamera sondern auch eines CNN-Preises ist, sollte das geklärt sein.